Strom Freitag 8. Oktober 2021

Testbericht von Herrn König über den Opel Mokka-e

Ich wollte dann doch das Ganze noch mal nutzen, um den Opel Mokka e zu testen. Vor kurzem war ich eher zufällig mal bei Opel angehalten und hatte mir den Mokka angesehen. Und fand ihn wirklich schick. Mir wurde sogleich eine Visitenkarte mitgegeben, falls ich den Wagen doch mal probe fahren wollen würde. Der Kontakt war am Telefon dann sehr freundlich, und auch wenn der Verkäufer, welcher mir das Kärtchen gab, am betreffenden Tag nicht zugegen war, hat er mir sehr freundlich den Kollegen weiterempfohlen und mich weiterverbunden. Ruck Zuck, und der Termin war gemacht.

Ich war doch sehr gespannt, ob sich der Mokka irgendwie anders fahren würde, oder ob er die gleiche Reaktion hervorruft wie bei den anderen PSA Modellen. Auf ging es also Samstags morgens um 10.00 Uhr zur Probefahrt nach Lünen, was von mir wirklich nur rund 15 min weg ist. Sehr freundlicher Verkäufer, der sich auch wirklich mit dem Fahrzeug auskannte und mir alles, was ich noch wissen sollte, erklärte. Danach hat er mich losgeschickt.

Außen: Die Optik ist definitiv gelungen vom neuen Mokka-e. Sehr kantig gestaltet, leichte anleihen an vergangene kleine Familiencoupes mit der Kante mitten in der Motorhaube, die man beim fahren auch sehr gut sieht. Die Verarbeitung war soweit zu beurteilen wirklich gut. Sollte man die Ausstattung GS-Line nehmen, hat man sogar die Schriftzüge in schwarz – auch bei einem schwarzen Mokka. Finde ich ziemlich cool, weil es so kaum noch auffällt. Die Front mit den LED Scheinwerfern ist schon ziemlich markant, ich finde sie sehr gefällig. Schicke Felgen, die nicht zu sehr auf Aerodynamik ausgelegt sind.

Innen: Obwohl ich bei Opel eigentlich immer relativ reserviert bin, finde ich die Innenraumanmutung sehr gelungen. Die beiden Bildschirme, quasi gleich groß, nebeneinander. Dazu die wirklich bequemen Sitze. Auch die Türverkleidungen und das Armaturenbrett sehen sehr gelungen aus. Die Mittelarmlehne ist zwar nicht in der Höhe verstellbar, aber immerhin verschiebbar. Für mich könnte das Lenkrad einen kleinen Stück weiter rein gehen, aber ansonsten passte auch die Sitzposition sehr gut. Das Auto ist jedoch deutlich mehr als 2+2 ausgelegt als für 4 Personen. Ist aber absolut in Ordnung.

Fahrleistungen + Rekuperation: Merkwürdig fand ich, das mir im Mokka diel Leistung durchaus gereicht hat. Ja, es ist keine Rakete, aber stimmt mit meinem Fahrzeug etwa überein im Normalmodus, dieser hat auch 136 PS. Auf Sport geht schon bissl was mehr. Schade finde ich, das es kein Individual-Modus gibt, wo man zB Anzeigen etc alles auf Normal stehen lassen könnte, aber die Leistung hochstellen kann – für die Autobahn zum Beispiel.

Man muss für die Autobahn aber eigentlich nur wirklich fürs Auffahren, wenn richtig viel Verkehr ist und man ne Lücke sich machen muss auf Sport schalten, ansonsten reicht Normal absolut aus.

Die Rekuperationsleistung könnte etwas besser sein, ich hätte da gerne 2 Stufen. Allerdings fand ich nach kurzer Eingewöhnung den B Modus gut. Etwas mehr Rekuperation fänd ich trotzdem cool. Leider muss man eben doch gelegentlich Bremsen. Das bei Elektroautos aber so oft bezeichnete One-Pedal-Drive ist in der Stadt nur in Maßen möglich, auf der Autobahn beim mitschwimmen im Verkehr geht es schon.

Fahren: Der Mokka fuhr sich wirklich sehr angenehm. Sehr leise, also gut gedämmt. Dazu die Übersichtlichkeit nach vorne, durch die Haube, wodurch das vordere Ende ganz gut einzuschätzen ist. Die Bedienung des Fahrzeugs beim Fahren geht super intuitiv, nahezu alles ist selbsterklärend. Das Lenkrad könnte für mich 1-2 cm weiter rein gehen, aber war auch so nicht schlimm. Unglaublich agil fand ich das Fahrwerk. Das würde gefühlt auch problemlos die doppelte Leistung verkraften ... nuja oder zumindest deutlich über 200 PS. Wirklich sehr angenehm zu fahren.

Das man die Anzeigen auf eine Art Minimalstil einstellen kann, find ich sehr angenehm. Gerade auf längeren Autobahnetappen ist das bestimmt sehr angenehm. 

Assistenten: Der Abstandstempomat, der im Wagen verbaut war, hat seine Arbeit eigentlich sehr gut gemacht. Leider ist es 2 mal passiert, das er das Hindernis voraus falsch gedeutet hat und somit zu wenig oder gar nicht reagiert hat. Ist aber evtl eine Update-Sache. Der Spurverlassenswarner und der -halteassistent haben absolut super funktioniert. Er zieht einen wieder in die Spur, aber sehr gediegen, also etwas verzögert, was sich dadurch aber sehr angenehm und nicht ruppig anfühlt. Fand ich insgesamt ein sehr gutes Ergebnis. Der Totwinkelwarner im Spiegelglas fand ich gut, wenngleich etwas einfacher ausgeführt als bei manchen Konkurrenten.

Bedienung: Absolut ohne Rätsel, dafür ein sehr aufgeräumtes Cockpit, was sogar durch diese leichte Fischaugen-Schuppung einen Kick modernes ins Auto bringt oder bringen will. Find ich schick. Alles sitzt da, wo es sein soll. Die „P“ und „B“ Taste hätten aber nen Tick größer sein dürfen. Das Kombiintrument ist gut abzulesen, auch bei Sonneneinstrahlung – Anmerkung hier, es war das Große Kombiintrument.

Platzangebot: Vorne ist es wirklich sehr bequem zu sitzen. Die Innenbreite ist sehr angenehm, auch die Beinfreiheit auf der Beifahrerseite ist absolut gut. Hinten hingegen fiel mir schon der Einstieg schwerer. Neben dem reinfummeln ins Auto musste man auch noch auf die Dachkante aufpassen und dort den Kopf einziehen. Nun bin ich aber doch ein kräftiger Geselle, ich denke, normal gebaute Personen haben da weniger Probleme. Drinnen Sitzen konnte ich aber dennoch, auch wenn der Sitz vor mir auf mich eingestellt war (184 cm Körpergröße). Gut ist, das der Wagen über 3 Isofix-Punkte (1 Beifahrer, 2 hinten) verfügt. Ist doch eher nicht der Standard.

Infotainment + Navigation: Das Infotainment hat eigentlich gut funktioniert. Auch Sprachbefehle, um den richtigen Radiosender nicht suchen zu müssen, hat problemlos geklappt. Leider war eine Spracheingabe nicht möglich, um ein Ziel zu finden, aber vom Verkäufer wurde mir versichert, das dies an der fehlenden Registrierung des Fahrzeugs für die Online-Karten liegt. Das wird natürlich erst vom Endkunden gemacht – für mich absolut plausibel.

Die Darstellung der Karte war etwas einfacher gehalten, aber nicht unbedingt schlecht. Negativ viel mir auf, das die Anzeige größer suggeriert wird, als sie tatsächlich ist. Das hätte man durchaus bis an die Ränder ausführen können und nicht ne 08/15 Größe benutzen sollen.

Qualitätsanmutung: Ich fand sie wirklich gut. Das Armaturenbrett und die oberen Teile der Türverkleidung waren preiswerter, aber immer noch von der Haptik angenehmer als im ID3, zumindest in dem von mir damals getesteten. Das Armaturenbrett fühlte sich sogar nahezu 1 Klasse wertiger an. Dachhimmel, Mittelkonsole etc alles sehr gut verbaut, habe nichts negatives entdecken können. Einziger Negativpunkt für mich war wieder mal der Klavierlack in der Mittelkonsole, wo man wegen dem Wählhebel immer wieder drauf patscht mit den Fingern. Die Spaltmaße innen und außen fand ich auch absolut in Ordnung.

Verbrauch + Laden + Reichweite: Bei Abfahrt am Opelhändler bei 340 km, sind wir rund 120 km mit dem Wagen unterwegs gewesen. Die Reichweite wird durch die verschiedenen Modi unterschiedlich angegeben. Auf den 120 km , die gefahren wurden von uns, hat er 160 km verloren. Da aber auch gutes Stück Vollgas dabei war, bin ich absolut zufrieden mit der Darstellung der Reichweite.

Auch beim Verbrauch konnte er mich positiv überraschen. Bei einer Simulierten Stadtfahrt in Eco lag ich bei rund 12,5 kWh, ohne dabei langsam gefahren zu sein. Einfach eben normal gefahren. Als gesamter Mix über die 120 km standen hinterher 17,7 kWh auf der Anzeige und beim Autobahnstück mit rund 35 km Tempomat 130 km/h lagen wir bei rund 20 kWh. Fand ich wirklich in Ordnung, gerade weil der Wagen auf der Autobahn durch die höhere Bauform definitiv nicht zu den windschnittigsten Fahrzeugen zählt.

Fazit: Sehr überzeugend, das einzige der PSA Modelle, was mich wirklich überzeugt hat. Allerdings habe ich auch in Erwägung gezogen, die anderen getesteten auch nochmal zu fahren – evtl hat die Wahrnehmung, wie man richtig mit den kleineren Elektroautos umgeht, sich bei mir gewandelt. Er hat ein unfassbar (für diese Klasse) agiles Handling durch Kurven, hat trotz gelegentlich feuchten Straßen kaum Antriebseinflüsse gezeigt. Der Verbrauch hat mich absolut positiv überrascht, denn bei sagen wir 13 kWh im rein städtischen Betrieb sind gut über 350 km Reichweite problemlos realisierbar. Eine Idee, den Mokka-e als OPC oder GS rauszubringen mit etwas mehr Leistung fänd ich wirklich eine gute Idee. Ich kann den Wagen nur Empfehlen, solange man hinten nur Kinder transportieren muss (3 Isofix !! 2 hinten, 1 vorne) oder der Wagen für 2 Personen gedacht ist.

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Quelle: Dominik König

Bild: Opel

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