Strom Montag 25. Oktober 2021

Ein erster Testbericht von Herrn König über den neuen Kia EV6

Dieses Wochenende hatte ich das Glück, den Kia EV6 RWD Extended zu fahren. Allerdings war leider nur ein Fahrzeug vorhanden und so war nur ein erster Eindruck möglich. Also alles nötige besprochen und auf ging es mit dem 100 km alten EV6.

Außen: Die Optik, gerade von hinten. Ich find ihn optisch wirklich atemberaubend. Dann die Blinker, die Beleuchtung. Von vorne sehr agressiv meiner Meinung nach. Größer als man denkt, aber das kannte ich von Hyundai Ioniq 5 ja auch schon. Insgesamt ein sehr sportlich futuristisches Design. Die Türgriffe klappen aus, wenn man den Wagen entriegelt und verriegeln sich beim losfahren. Außerdem könnte man über die Fernbedienung den Wagen hin- und herfahren, zum Beispiel, um ihn aus der Parklücke zu fahren.

Innen: Dieser Unterschied vom Hyundai Ioniq 5 zum EV6 ist phänomenal, finde ich. Einerseits sieht man die Verwandtschaft irgendwie schon, andererseits sieht der EV6 dennoch komplett eigenständig aus. Die Sitze sind genauso bequem wie im Ioniq 5, das Armaturenbrett und vor allem Kombiinstrument sieht nicht so aus wie 2 aufgesetzte Tablets. Dazu ist das Display curved.

Die Bedienung in der Mittelkonsole ist sehr einfach gehalten. Dazu gibt es dann noch die Direkttasten im Armaturenbrett – diese Direkttasten haben 2 Ebenen. Einmal Navi/Radio und einmal Lüftung/Klima. Hinten ist mir auch hier sehr positiv aufgefallen, das in den B-Säulen Luftduschen für die Fondpassagiere vorhanden sind.


Fahrleistungen + Rekuperation: Definitiv sind die Fahrleistungen absolut ausreichend. Der Hauptunterschied zum Ioniq 5 ist, das man beim Ioniq 5 keine Ambitionen hat, schnell auch mal um eine Kurve zu fahren. Der Kia ist da wirklich anders, Kurvenräubern macht richtig Spaß. Die volle Leistung steht auch merklich erst bei „Sport“ zur Verfügung, aber auch im Eco reicht die Leistung absolut. Das getestete Modell hat 229 PS und eben Heckantrieb. Die Rekuperation ist wie beim Ioniq 5 in 5 Stufen einstellbar. Von Stufe 0 – Segeln, wo auch beim Bremsen dann, zumindest nach Anzeige, nicht rekuperiert wird bis zu Stufe 3, volle Rekuperationsstufe. Dazu dann noch i-Pedal, was einem One-Pedal-Driving entspricht.

Fahren: Komfortabel, aber nicht ganz auf dem Maß des Ioniq 5. Er ist eben doch das sportlicher definierte Auto dieses Baukastens. Leider ist er aber auch unglaublich. Insgesamt fährt er sich ähnlich wie der Ioniq 5, aber mehr dazu kann ich erst bei der Probefahrt in einigen Tagen sagen.

Assistenten: Alles was ich austesten konnte, hat wunderbar funktioiniert. Dazu dann noch das Headup-Display mit Augmented Reality. Ich liebe das, wirklich. Und im Gegensatz zum Ioniq 5, wo man es nur bekommt, wenn man die Uniq-Ausstattung bestellt, ist es hier einfach hinzubuchbar. Die Blind-Spot-Kameras machen wirklich jeden Spurwechsel, ja sogar das Abbiegen einfacher. Man kann zB ein Fahrradfahrer oder ähnlich problemlos besser erkennen. Es ersetzt aber klar nicht den Schulterblick. Dennoch eine sehr wirkungsvolle Hilfe, um Unfälle zu vermeiden in der Stadt, aber auch bei Spurwechseln auf der Autobahn. Die Blind-Spot-Kamera ist quasi ein Kamerabild im Tacho. Das auf der Seite eingeblendet wird, wohin man blinkt so lange wie geblinkt wird. Außerdem erkennt er auf der Autobahn die Tempolimits und passt bei aktiviertem Tempomat die Geschwindigkeit automatisch an das neue Tempolimit an.

Bedienung: Der Bedienhebel für die Getriebesteuerung ist selbsterklärend. Im Falle des EV6 aber in der Mittelkonsole ein Drehschalter im Vergleich zum Ioniq 5, der es ja als Lenkstockhebel hat. Der Drive-Mode-Schalter sitzt in einer der Lenkradspeichen, griffgünstig, dennoch nicht im Weg. Licht lässt sich über den Lenkstockhebel betätigen. Die Spiegel sind angenehm groß, um genug zu sehen. Allerdings würde ich mir bei einem so technisierten Fahrzeug Kamerabasierte Spiegel zumindest gegen Aufpreis wünschen. Im EV6 ist das Display augenscheinlich ein großes gecurvtes Display und nicht 2 einzelne. 

Platzangebot: Das Platzangebot ist gut, aber definitiv ein kleines bisschen kleiner als im Ioniq 5. Hat eben auch einen etwas kleineren Radstand. Der Kofferraum ist klassenüblich, allerdings mit einer nahezu ebenen Ladefläche. Dazu ein Fach unter dem Kofferraumboden, welches bei Bose Sonderausstattung aber kleiner wird.

Dazu verfügt der Wagen über einen Frunk – der beim RWD gar nicht mal so klein ist. Mir wurde gesagt, es sind 55 Liter. Dazu noch mit einer Klappe versehen. Beim Allradmodell sind es dann nur noch 24 Liter.

Infotainment + Navigation: Ein brauchbarer Test dazu folgt bei der Probefahrt in wenigen Tagen. 

Qualitätsanmutung: Soweit ich es sehen konnte sehr gut, wird aber auch bei der Probefahrt näher drauf eingegangen. Die Bezüge in Schwarz mit weißen Außenkanten sah unglaublich schick aus.

Verbrauch + Laden + Reichweite: Der Testwagen hatte noch 77 % Akkustand und laut Anzeige waren noch 340 km Reichweite übrig. Hochgerechnet würden daraus 442 km entsprechen. Weniger als die WLTP, dennoch mehr als nur ausreichend, wenn das wirklich zu erfahren wäre.

Zwischen-Fazit: Ein Schnäppchen ist auch der EV6 nicht. Dennoch finde ich vieles am EV6 soweit so viel besser, das ich eher zu diesem als zum Ioniq 5 greifen würde. Mehr wird aber sicherlich die Probefahrt zeigen, die dann ausgiebiger 1-2 Stunden betragen dürfte. Das Innere und die Art, sportlicher bewegt werden zu können, stimmen mich auf jeden Fall sehr positiv. 

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Quelle und Bild: Dominik König




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