Strom Dienstag 13. Juli 2021

Testbericht des Kia e-Soul von Dominik König

Nach längerem Probieren, war endlich auch eine Probefahrt des Kia e-Soul mit 64 kWh möglich. Mir gefällt der Wagen sehr gut, auch alleine schon, weil er anders ist. Er sieht auf Bildern aber deutlich kleiner aus, als er letzten Endes ist.

Außen: Er sieht ziemlich bullig aus – auch wenn ich finde, das man auf Fotos eher denken kann, das es ein kleines Auto ist. Die Spaltmaße waren alle sehr akkurat, alles war sehr passgenau. Die unlackierte Beplankung an den Radläufen passte gut zum gesamten Eindruck des Fahrzeugs.

Innen: Sehr aufgeräumt, sehr gefällig, nicht zu viele verstreute Schalter, alles sehr selbsterklärend. Dazu sehr angenehme Materialien, auch wenn der Klavierlack in kurzer Zeit wahrscheinlich nicht mehr so gut aussehen könnte. Alles mit schöner Haptik, alle Kunststoffteile sind unterschäumt und machen einen sehr wertigen Eindruck.

Fahrleistungen + Rekuperation: Er beschleunigt aus dem Stand weg sehr gut, das er Probleme bekommen kann bei feuchter Straße glaube ich sofort. Das Drehmoment packt wirklich kräftig an.

Fahren: Insgesamt sehr bequem zu fahren, Spitze waren sehr schnell erreichte 176 km/h Tacho, was ich durchaus als Ausreichend bezeichnen würde. Man konnte wirklich sehr angenehm reisen. Die Verstellung der Rekuperation find ich sehr einfach und effektiv. Man kann sie wirklich gut schnell verstellen, sodaß der Wagen bei Autobahnfahrten sehr lange gleitet und dahinrollt, wenngleich er zum Verzögern schnell 3 Stufen höher geschaltet wird in der Rekuperation und zack – bremst der Wagen wieder richtig ab beim lösen des Fahrpedals.

Assistenten: Das Headup-Display – kenne ich soweit schon aus meinem aktuellen Toyota Prius – finde ich sehr praktisch, vor allem die Nutzung der Farben. So kann man sich quasi auf die Farbe konzentrieren, wenn man Infos sucht. Sei es Geschwindigkeit oder Navi. Auch, das die Tot-Winkel- Warnungen dort angezeigt werden, gefällt mir. Lediglich die Verstellung über das Hauptmenü finde ich etwas umständlich, da gibt es einfachere Lösungen.

Sicherheitfeatures wie Spurhalteassistent und adaptiver Tempomat hat wunderbar funktioniert. Was mir sehr gefällt war vor allem auch, das er beim Erkennen eines langsameren Fahrzeugs auf der Autobahn, nicht im letzten Moment bremst, sondern wirklich langsam verlangsamt. Zum Fahren sehr angenehm.

Bedienung: Man findet sich sehr schnell zurecht, alle Schalter und Hebel befinden sich da, wo man sie vermutet. Wichtige Fahrtechnische Tasten, wie Tempomat etc, befinden sich im Lenkrad. Die Anzeige ist Teildigital, sehr übersichtlich und einfach aufgebaut. Schalter für Sitzheizung und Lenkradheizung lassen sich einfach finden und gut bedienen. Bei der Klimaanlagensteuerung gefällt mir sehr, wie schon im Ioniq, die Driver-Only Funktion. Macht sicherlich grad beim E-Auto Sinn, nicht den ganzen Wagen zu klimatisieren, wenn nur einer an Bord ist.

Platzangebot: Die Möglichkeit, das man beim e-Soul einen Frunk nachrüsten kann, wenn auch nur aus dem Zubehör meines Wissens, finde ich absolut genial. Der Motor sitzt sehr passend tief, sodaß ein Frunk mit wirklich brauchbarer Größe oben drüber passt – für Ladekabel, Warnweste ggf noch und einiges weiteres. Platzangebot vorne wie hinten war wirklich toll, hinten auch mit Sitzheizung, vorne sogar inclusive Sitzbelüftung. Ausprobiert und für sehr praktisch für den Sommer befunden.

Infotainment + Navigation: Die Bedienung war der des Hyundai Ioniq doch sehr ähnlich, man kann eben die Markenzusammengehörigkeit zwischen Hyundai und Kia nicht wirklich verheimlichen. Das Navi war angenehm zu bedienen, auch durchaus groß genug.

Qualitätsanmutung: Alles sehr sauber verarbeitet, sowohl innen als auch außen. Sehr gute Spaltmaße, die verwendeten Materialien sehen durchweg sehr gut aus. Zumindest alles, was man direkt sieht oder anfasst. Sehr bequeme Sitze mit Leder, alles sehr ansprechend.

Verbrauch + Laden + Reichweite: Trotz der gebotenen Leistung war aber die Effizienz bei rund 65 km Fahrstrecke angenehm, ich lag bei einem Schnitt von 15,4 kWh. Trotz oder gerade wegen der Größe ein mehr als beachtlicher Wert, hat immerhin gut was in den Wind gestellt mit der hohen Karosserie. Die Reichweite sank ebenfalls langsamer als die gefahrenen Kilometer, d.h. Ich bin mehr Kilometer gefahren als ich an Reichweite verloren habe. Toll.

Fazit: Nach wie vor bleibt der e-Soul mit dem großen Akku einer meiner sehr großen Favoriten, auch natürlich wegen der guten Effizienz und der tollen Reichweite.

Quelle: Dominik König

Bild:Kia Presse

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