Strom Dienstag 13. Juli 2021

Testbericht des Polestar 2 von Dominik König

Sehr überraschend rief mich dann Freitags die Kundenbetreuerin von Polestar an und fragte mich, ob ich noch Interesse an einem Wochenende mit dem Polestar 2 hätte. Ich bejahte es natürlich, worauf hin sie sich für den Überfall entschuldigte und mich fragte, ob ich wohl spontan dieses WE, also am Freitag, wo sie mich anrief, machen könnte. Auf Nachfrage, bis wann ich in Düsseldorf sein müsste und abgeschätzt, das ich es knapp schaffen würde nach meiner Arbeit, habe ich es bestätigt und so hatte ich dann von Freitag 17.30 Uhr – Montag 17.00 Uhr den Polestar 2 Performance. Hingefahren, abgeholt, nochmal kurz das wichtigste erklärt auch auf ging es.

Außen: Dieses mal hatte ich natürlich deutlich mehr Zeit, mir alles in Ruhe anzugucken. Zuhause dann einmal drum rum gegangen und angeguckt. Aufgefallen war mir ein kleiner Spaltmaßunterschied zwischen der Haube vorne auf Scheinwerferhöhe und hinten in Höhe der Windschutzscheibe. War aber nicht gravierend und nur bei sehr genauem hinsehen zu erkennen. Das Leuchtband hinten mit den Lichtspielen sieht natürlich grade im Dunkeln atemberaubend aus. Da der Wagen dazu auch noch über die Pixel-LED-Scheinwerfer verfügte, gab es beim Fahrzeug entriegeln auch ein ähnliches Lichtspiel vorne.

Das meiste sonstige zum Fahrzeug kann man dem Bericht hier vor entnehmen vom Ladepark Hilden. Allerdings verfügte dieser als Performance noch über die geschmiedeten 20 Zoll Felgen mit der wirklich groß und mächtig wirkenden Bremsanlage mit den goldfarbenen Bremssätteln. Auch dieser Polestar war ein Modell in weiß.

Innen: Beim Testen ist mir vor allem eines Aufgefallen: Filz in den Türverkleidungen fehlt ! Sobald da ne Plastikflasche oder irgendwas anderes liegt, was rutschen kann, klingt es wie in einer Lieferwagentür. Und was soll ich sagen – diese gelben Gurte !!! Einfach optisch ein Traum, finde ich zumindest. Ansonsten halt ebenfalls alles wie beim Fahrzeug am Ladepark Hilden.

Fahrleistungen + Rekuperation: Beschleunigung absolut high end, wirklich – und das immer wieder abrufbar. Auch 100-200 ist echt nicht ohne, auch wenn ich das Gefühl hatte, das er ab 195 rum schon langsam Leistung wegregelt, um zum Abregeltempo nicht zu abrupt zu stoppen mit der Beschleunigung.

Das Rekuperieren ist wirklich sehr ordentlich und reicht absolut, um ohne Bremspedalnutzung fahren zu können im Alltag. Das Auto erkennt auch, so wurde mir gesagt, per Software, das er immer mal zwischendurch kurz ohne Rekuperation, sondern mit der Betriebsbremse, bremsen soll, damit diese nicht aufgrund von Nichtbenutzung Probleme macht. Find ich clever gelöst.

Fahren: Da ich grundsätzlich ja schon wusste, wie der Wagen fährt, war es nicht mehr so eine Bewunderung. Allerdings war der Weg nach Hause von Düsseldorf nach Dortmund sehr lässig, auch wenn ein wenig Stau dabei war. Alles in allem war es überhaupt kein Unterschied, außer bei Beschleunigung und Ruhe, das ich nen Elektroauto fuhr. Wirklich toll, das Erlebnis.

Samstag bin ich dann ein wenig durch Dortmund damit gefahren, dem ein oder anderen aus meinem Bekanntenkreis hab ich den Wagen auch gezeigt. Interessant wurde es dann am Sonntag. Da bin ich dann nach Bielefeld gefahren, recht zügig, muss ich sagen. Man merkt da natürlich, das der Verbrauch hoch geht, aber ich finde, alles noch in einem brauchbaren Rahmen – ich glaub ein EQC verbraucht das gleiche bei normaler Fahrweise. Leider hat mein Vorhaben und Bielefeld nicht funktioniert. Da aber ein guter Freund von mir fragte, ob ich in seiner Nähe sei, bin ich kurzerhand zu Burger King in Bielefeld und habe kurz nachgeladen, um dann zügig nach Osnabrück zu fahren. War prinzipiell kein Problem. Aber wieso bitte stellen die Burger-King Typen ihre Autos auf öffentliche E-Auto Ladeplätzen ab – unverständlich sowas.

Also irgendwie passte der Stecker gerade so, dann auf nach Osnabrück. Bin dann wirklich wo erlaubt war – und das war fast die ganze Strecke – 210 kmh Tacho gefahren. Super leise, sehr angenehm – überhaupt keine Hektik, die im Auto aufkommt. Daran merkt man wirklich, das diese vor allem durch den Motorsound kommt und nicht durch die Geschwindigkeit. 

Nach einer Weile auf der Rückfahrt von Osnabrück wusste ich dann auch, das Lenkrad so zu halten, das es für den Assistenten genug Kontakt war, um mich zu erkennen, aber wenig genug, um das Auto mehr oder weniger alleine fahren zu lassen. Geht allerdings nur bis 135 km/h. War aber eh recht ordentlicher Verkehr, daher passte das schon.

Montags dann den Wagen wieder weggebracht – und wieder mal grad den adaptiven Tempomaten in Verbindung mit dem Lenkassistenten im Stau genossen. Einmal angehalten, reicht ein Antippen des Gaspedals – und er rollt wieder los und folgt der Meute vor sich. Eines muss ich aber zum Performance Modell sagen – wer nicht unbedingt ständige Kurvenhatz vor hat und die Gurte nicht unbedingt braucht, der sollte sich das Performance Paket gut überlegen. Aus Sportlicher Sicht ist das Fahrwerk grandios, wie er den Wagen durch die Kurven zimmert und am Asphalt klebt, einfach genial. Aber durchaus zu Lasten des Komforts, vor allem im Vergleich zu dem am Ladepark Hilden getesteten Modell, der das Fahrwerk nicht montiert hatte. Aber die Gelben Gurte sind einfach genial.

Erwähnte ich eigentlich das Licht? Also das Licht – was soll ich sagen ..... ALTER VADDER is das Hell. Und wie geil er die anderen Fahrzeuge ausgeklammert bekommt, ich fand es wirklcih einfach Top. Bei Bedarf kann ich davon auch ein Video posten – sofern es nicht zu groß ist.

Assistenten: Siehe Text vom Ladepark Hilden. Bis auf, das der Lenkassistent nur bis 135 km/h funktioniert, das habe ich da erst herausgefunden. Wenn er das erste mal meckert, das man das Lenkrad anpassen soll, reicht ein Umschließen mit der Hand für 2 Sekunden, dann erkennt er einen wieder.

Bedienung: Der Verbrauch ist, was ich beim Testen am Ladepark Hilden nicht gefunden habe, total einfach aufzurufen. Habe ihn daher natürlich auch genutzt. Alles andere steht schon Text vom Ladepark Hilden.

Platzangebot: Hierzu gibt es auch nichts ergänzendes zu sagen zum Test vom Ladepark.

Infotainment + Navigation: siehe bitte ebenfalls Ladepark Hilden. Ich muss aber sagen – die Knöpfe dafür, besonders der Play/Pause Button im Drehregler vor dem Schalthebel – ist auch, wie zB bei VW, eine berührungsempfindliche Touch-Fläche. Aber man merkt es durch haptisches Feedback, ohne Probleme – es fühlt sich wie ein echter Taster an. Genauso Warnblinker und Scheibenheizung.

Qualitätsanmutung: Neben den Metallverstellern der Luftduschen habe ich nochmals genauer geguckt und die Türöffner ebenfalls aus Metall scheinbar ausgemacht – fühlen sich zumindest so an. Und dann noch der Metallkranz für die Lautstärkeregelung, der auch wirklich wie Metall sich anfühlt – und richtig definierte, ohne hinzusehen erkennbare Rastpunkte hat. Toll. Das macht wirklich unglaublich was aus, um eine extrem gute Qualitätsanmutung darzustellen.

Verbrauch + Laden + Reichweite: Ja, der Verbrauch. Der hängt beim Polestar nicht nur von der Fahrweise ab, sondern auch von der Topographie und der Einstellung vom One-Pedal-Driving. 

Der Verbrauch lag im Einzelnen bei ... ... 100 km/h bei 17 / 20 kWh ... 130 km/h bei 19 / 23 kWh ... 160 km/h bei 26 kWh

(immer ohne / mit One-Pedal)

... 180 km/h bei 32 kWh ... 200 km/h bei 36 kWh In der City war der Unterschied, finde ich, am Größten. Mit aktiviertem One-Pedal-Drive auf Stufe Standard, lag ich in der City bei 19,x kWh, sehr nahe der 20 kWh. Ganz ohne eigene Rekuperierung, obwohl er durchaus rekuperiert, solange das Charge-Feld im Tacho grau wird, lag der Cityverbrauch bei 14,7 kWh. Man erkennt am Charge-Feld, ob er nun Rekuperiert oder nicht.

Wird es nur grau, rekuperiert er, ändert es sich bei vollem Rekuperationsfeld in orange/Schwarz gestreift, dann wird die Betriebsbremse benutzt. Als Anhaltspunkt des Verbrauchs kann man sagen, Strecke Dortmund – Düsseldorf bin ich den Wagen beim wieder Wegbringen mit 17.3 kWh gefahren – was ich für ein Auto dieser Größe und diesem Gewicht echt top finde.

In Bielefeld und Osnabrück habe ich geladen. In Bielefeld waren es bei Burger-King an einem 75 KW Lader 20 min, wo ich von 6 – 38% geladen habe. In Osnabrück war mein rausgesuchter Ladepunkt, leider der einzige Schnelllader in Osnabrück den ich finden konnte, belegt. Also bin ich auf einem Penny Parkplatz ausgewichen, dort dann 50 KW bekommen und nochmal für 20 min geladen, weil da dann mein Kumpel vorbeikommen wollte. Da er aber auch mal testen wollte und wir auch ein wenig Autobahn fahren wollten, haben wir dann am Schnelllader nochmals geguckt – und er war frei. Dann von 15-60% geladen in 20 min. Danach sind wir dann ein wenig durch Osnabrück gefahren, bissl getestet, sogar die Dragy-Box vom Kumpel rausgekramt und gemessen. Da dann Formel 1 kam und ich den Start gucken wollte, haben wir uns nochmal an den Schnelllader gestellt, der zum Glück noch frei war. Da dann geladen von 32 – 95% in 40 min – allerdings nur, weil ich so lange Formel 1 gucken konnte. Ich wäre eigentlich bei 80% losgefahren. Bis 27% hat er mit 148 kw geladen, bis 47% dann mit rund 120 kw, dann kurz mit 100 kw, um dann bei 55% auf rund 80 kw einzubrechen. Bei 75% rum geht’s dann nochmal runter, weil ich aber da grad F1 geguckt habe, hab ich nicht mehr geguckt. Beim Abstecken bei 95% waren es nur noch 14 kw.

Fazit: Éines kann man definitiv sagen – auch wenn es bei Ladeleistung vor allem nicht dem Tesla das Wasser reichen kann und auch ein wenig langsamer ist, vor allem in der Endgeschwindigkeit – er ist in vielem dem Tesla ebenbürtig, in einigem sogar überlegen. Ich kann den Wagen definitiv empfehlen, wenngleich er nicht wirklich preiswert ist – aber ansich auch nicht sooo teuer. Man muss ja auch nicht zwingend den Dual Motor nehmen – vieles der Erwähnten Vorteile betreffen die kleinen Modelle ja genauso.

Quelle: Dominik König


Bild:Polestar

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