Strom Dienstag 13. Juli 2021

Testbericht über den Honda e

Danach folgte, einfach auch, weil ich bei ihm das Retro-Design so super umgesetzt finde, der Honda E. Ich wollte wirklich ausprobieren, ob ich mit meiner schlanken Statur überhaupt in das Fahrzeug passe, um damit auch noch ohne wirkliche Einschränkungen fahren zu können. Habe dann für nen Samstag ne Probefahrt machen können mit dem quirligen Teil.

Außen: Einmal rundgegangen: Ich muss sagen, mir gefällt schon die Lampenanordnung total, wie die LED-Ringe um die Scheinwerfer angeordnet sind. Dann halt ohne Außenspiegel, der Honda E hat ja digitale. Und generell, alles so extrem knuffig verpackt.

Innen: Dann ging es erstmal ins Auto. Ich fand es auf Anhieb sehr verständlich und aufgeräumt. Als Innenbeleuchtung sind hinten in der Decke kleine LED-Spots eingelassen, was ich optisch extrem cool finde. Und die braunen Gurte zusammen mit dem Muster der Sitze, die ein wenig an ältere Kleinwagen – aber auf eine coole Art – erinnert, sieht einfach nur Mega aus.

Fahrleistungen + Rekuperation: Losgefahren und – was soll ich sagen: was eine geile Kiste. Fährt wie nen Go-Kart, dazu noch Heckantrieb und richtig Bumms in der kleinen Krawallbude. Dann noch schnell, einfach weil ich es im Elektroauto so liebe, das One-Pedal-Driving eingestellt. Wirklich gute Rekuperation, die man aber auch noch mit Paddels hinterm Lenkrad nachjustieren kann. 150 km/h Tacho rannte die kleine Semmel, was ich absolut ausreichend fand für das Auto. Dazu hat er weniger Reichweite verbraucht als ich an km gefahren bin, daran sieht man, wie gut das Rekuperieren funktioniert hat.

Fahren: Die Kurvenlage, wirklich der absolute Knaller, so viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr in so einem kleinen Auto. Ab auf nen Parkplatz. Der Wendekreis ist so klein – man kann damit bestimmt sogar in ner großen Stadt einfach so wenden, ohne eine Einfahrt suchen zu müssen. Einfach genial.

Assistenten: Die vorhandenen Assistenzsysteme funktionierten tadelllos, Spurhalteassistent genauso wie Totwinkelwarner für die Außenspiegel und auch der adaptive Tempomat waren klein Problem. Dazu ist er in der Lage, komplett autonom einzuparken. Habe ich ausprobiert, macht er auch gut, aber vom Gefühl fährt er mir zu zügig aufs hinter mir befindliche Auto. Was ich widerum toll finde ist die Kamera im Display, die den Wagen neben der 360° Kamera sogar von vorne zeigt und man so sehen kann, was sich hinter dem Auto befindet beim Rückwärts-Fahren.

Bedienung: Die Monitore für die Außenspiegel waren wirklich nahezu da, wo ich die Spiegel vermuten würde, sodaß es kaum eine Umgewöhnung bedarf, dort anstatt in Spiegel zu gucken. Dazu kann man sich ganz normal, wie gewöhnliche Außenspiegel auch, mit einem Verstellschalter auf seine Bedürfnisse anpassen. Ein weiterer Bildschirm befindet sich im Innenspiegel. Auf „Abblenden“ stellen beim Innenspiegel, schon hat man einen digitalen Rückspiegel, ich find es absolut MEGA. Der einzige Nachteil ist, entweder müsste man die Heckscheibe komplett abdunkeln oder aber man stellt den Spiegel extra so ein, das man sonst im Innenspiegel nur den Dachhimmel erkennen kann. Sonst kann man, wenn man lang genug drauf guckt, immer noch normal durchgucken. Das stört dann etwas. Und bei Regenwetter muss man gelegentlich auch bei der Kameraeinstellung wischen.

Platzangebot: Obwohl ich mit 184 cm gar nicht so klein war, konnte man hinter mir noch problemlos fahren. Vielleicht nicht grad nach Italien, aber normale Fahrten sind sicher problemlos möglich. Hinten Sitzen sollten allerdings nur Schlanke Gesellen. Außerdem ist der Kofferraum mehr ein Handtaschenstaufach, der Größe nach zu Urteilen. Ist schon eher was klein geraten.

Infotainment + Navigation: Die beiden Mitteldisplays sind sehr hoch auflösend, dazu noch sehr informativ. Man sich wirklich allen möglichen S....., sorry mist anzeigen lassen. Dazu Navikarte, Energiefluß, Radio, oder auch abetterrouteplanner, was man eben so möchte. Oder der Beifahrer spiegelt sein Handy darauf. Dann kann man die Bildschirme tauschen, sodaß der Beifahrer sich kurz ums Navi eingeben kümmern kann, während man weiter fährt. Und fertig eingestellt, wechselt man die Bildschirme einfach wieder zurück.

Qualitätsanmutung: Zugegeben, die hinteren Türöffner außen sind schon sehr fummelig, die vorderen Türgriffe klappen hingegen sehr gut aus und man kann sie gut betätigen. Das Holz innen gefällt mir sehr gut.

Verbrauch + Laden + Reichweite: Was mir nicht gefällt ist leider, die geringe Ladeleistung. Wenn der Wagen, auch wenn der Akku klein ist, doch nur mit 70-80 kw Laden könnte, man könnte damit sogar weitere Strecken fahren. Der Verbrauch ist durchweg aber schon etwas höher angesiedelt – leider. Wobei ich es nicht verstehe, bei einem so kompakten Auto. Allerdings weiß ich auch nicht, wo der Kleine die 1500 kg versteckt.

Fazit: Ich muss aber ehrlich sagen, den Wagen habe ich sehr ungern wieder zurückgegeben :-P Es ist wirklich ein tolles Auto. Wobei man schon sagen muss, für die lange Fahrt in den Urlaub, auch wegen der Kofferraumgröße, eher schwierig. Es ist und bleibt doch eher ein Stadtauto.

Quelle: Dominik König


Bild: Honda

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