Strom Montag 16. August 2021

Testbericht über den Mini Cooper SE von Dominik König

Obwohl ich es anfangs gar nicht vor hatte, bin ich dann doch noch dazu gekommen, das Go-Kart der Elektroautos, den Mini Cooper SE zu testen. Aber unterm Strich war ich sehr froh, das ich ihn testen konnte.  

Außen: Optisch war es halt ein typischer Mini. Sieht dem Cooper S natürlich sehr ähnlich, nur der geschlossene Kühlergrill und der fehlende Auspuff machen optisch auf den Elektro-Mini aufmerksam. Die Verarbeitung war wirklich sehr gut, auch wenn es einige Plastikteile gibt, die unlackiert sind. Was aber gerade bei einem Stadtauto sicher keine schlechte Lösung ist.

Innen: Sehr übersichtlich durch eine gewölbte Windschutzscheibe, außerdem nach dem Reinsetzen viel mehr Platz als ich gedacht hätte. Sehr gut verarbeitet innen, alles sehr wertig, wobei man auch anmerken muss, das der getestete Mini eine wirklich ausgiebige Ausstattung hatte.

Fahrleistungen + Rekuperation: Unglaublich agil legte sich der Mini ins Zeug. Die Beschleunigung war wirklich klasse, Auch wenn er nur 150 km/h läuft – bis dahin ist er unfassbar schnell. Macht ein Riesenspaß. Irgendwas um die 6.5 – 7 Sekunden auf 100 sind echt ne Ansage als Kleinwagen – vor allem aber das spontane davonschießen ab Start. Punch ist immer da, man kann gut eine kleine Lücke ausnutzen, jederzeit. An der Ampel ist er sowieso der King aufgrund von sofort anliegender Leistung. Der Mini rekuperiert super, auch bis zum Stillstand. Jedoch hat er keine Autohold-Funktion, sodaß er bei leichtem Gefälle wieder losrollt. Das kann schonmal eine Überraschung sein. Sonst aber absolut super.

Fahren: Die Übersichtlichkeit durch die gewölbte Windschutzscheibe und die dadurch etwas weiter hinten positionierten A-Säulen machen das Fahren gerade in der Stadt zum echten Kinderspiel. Wie agil der Mini trotz Frontantrieb durch Kurven fährt, das ist wirklich ein Knaller. Ein wahres Go- Kart.

Dazu gesellt sich ein angenehmer Geräuschkomfort, weil der Wagen bis zum normalen Autobahntempo trotz rahmenloser Scheiben ziemlich leise ist. Natürlich gibt es leisere Fahrzeuge, aber immerhin reden wir hier von einem Kleinwagen. Wendig ist er unglaublich, dazu kann er sehr gut rekuperieren. Es macht einfach auch einen Riesen Spaß, damit auf Landstraßen zu fahren. Ein wirklich sehr gelungener elektrischer Kleinwagen.

Assistenten: Da dieser Mini wirklich mehr oder weniger das volle Programm an Ausstattung hatte, war es bei dem Modell sehr gut. Der adaptive Tempomat reagierte sehr feinfühlig und bremste auch beim annähern an ein Hindernis nicht abrupt – außer es war aufgrund des Anstandes notwendig. Die Rückfahrkamera hat mich positiv überrascht. Sie war unglaublich hoch und sauber auflösend. Man konnte wirklich sehr gerade und sauber mit Hilfe der Hilfslinien einparken.

Bedienung: Schlicht sehr einfach. Die Bedienung wirft kaum Fragen auf, die Getriebesteuerung erfolgt wie bei einem normalen Automatik-Modell über einen Wählhebel. Einzig unschön dabei, das man einen Taster linksseitig drücken muss, aber so oft schaltet man nun auch nicht hin und her. Ist also durchaus zu verschmerzen.

Da ich diese Kipptasten im Auto extrem stylish finde, passt mir auch die Integration der Start-Stop- Taste in eine dieser Kippschalter sehr. Die Verschiedenen Fahrmodi find ich gut, aber evtl auch unnötig viele. Sport ist sicherlich in Ordnung bei nem Cooper S, Green+ finde ich etwas übertrieben, ich mag es einfach nicht, wenn gemeint wird, als Elektroauto-Fahrer müsste man auf alles Verzichten. Mag aber natürlich für die letzten km, um irgendwie die Ladestation noch zu erreichen, sinnvoll sein. Ist aber halt irgendwie mehr ein Notbetrieb mit vmax 90 km/h und Klimatisierung eingeschränkt.

Klasse finde ich, das es ein Headup-Display gibt. Wo eigentlich alles angezeigt wird, sowohl Geschwindigkeit, eingestellte Tempomat-Geschwindigkeit und auch Hilfslinien des Spurassistenten. Das einzige nicht ganz so schönes ist, das man es umständlich irgendwo im Untermenü verstellen muss – bei häufiger wechselnden Fahrern ein wenig ungünstig. Oder man müsste zumindest 2 Fahrer speichern können.

Platzangebot: Tja Platzangebot – ich glaube, das ist so einigermaßen die Achiliesferse des Mini. Vorne ist das Platzangebot wirklich sehr gut. Ich bin mit 184 cm und deutlich über dem Normgewicht eigentlich kein typischer Mini-Nutzer. Aber was ich vorne an Platzangebot zu sehen bekommen habe und somit natürlich auch zu spüren, hat mich wirklich erstaunt. Wenn ich jedoch vorne sitze, wird hinter mir keiner mehr Sitzen. Das ist relativ eindeutig.

Wenn jemand kleineres (im Testfall 1.68 m) vorne sitzt, können schlanke Personen sicherlich auch dahinter sitzen. Aber sicherlich auch nicht wirklich als Vergnügen. Ich würde zugegebenermaßen eher die Rücksitze umklappen und als großen Kofferraum und 2- Sitzer nutzen. Denn auch dieser ist nicht grad riesig. Reicht sicherlich für den normalen Einkauf in der Woche – aber wenn man mit 2 Personen verreist und die Rücksitze umklappt, wird es sicherlich passen. Einen Frunk widerum besitzt der Wagen nicht. Leider.

Infotainment + Navigation: Die Navigation war in Ordnung, auch die Spracheingabe hat sehr gut funktioniert. Das Display ist sehr klar und schön in den ehemaligen mittigen Tachometer verbaut, dazu noch Touchscreen. Leider ist die Karte ein kleines bisschen zu klein geraten für meinen Geschmack. Ich weiß aber auch nicht, ob es noch ein größeres Navi gibt.

Das Soundsystem von Harman Kardon war der absolute Hammer. Habe es wirklich ausgereizt – und ich hätte es am liebsten sofort mitgenommen. Bei Lautstärkeverstellung bewegt sich die Farbe um den Kreis des Mitteldisplays – sehr schick gemacht.

Qualitätsanmutung: Wirklich super. Optisch typisch englisches Leder, dazu alles sehr sauber verarbeitet. Außerdem Chromgriffe zum Tür Öffnen. Ein guter Mix aus Mini und BMW Teilen. Sehr gelungen. Ein wirklich schönes, dick gepolstertes Lenkrad, Sitze mit ausziehbarer Oberschenkelauflage – richtig schick.

Das ausfahrbare Headup-Display ist zwar gut integriert, allerdings wäre ein auf die Scheibe projeziertes Headup-Display schicker als ein ausfahrbares. Aber nun gut.

Verbrauch + Laden + Reichweite: Obwohl ich den Wagen wirklich fix bewegt habe und auch auf der Autobahn ein gutes Stück schnell gefahren bin, habe ich einen Schnitt von 16.5 kWh / 100 km gefahren. Fand ich wirklich gut. Bei einem Stück Stadtfahrt danach lag ich bei 10,3 kWh – fand ich irrsinnig wenig, das über 25 km gehalten. Wirklich überzeugend. Die Ladegeschwindigkeit habe ich nicht ausprobiert, sollte sich aber einigermaßen auf i3 Niveau bewegen.

Fazit: Ein unfassbar toller Kleinwagen, der für 2 Personen viel Platz hat. Dazu ein wirklich kräftiger Motor – 184 PS im Kleinwagen ist eben schon eine Ansage. Gepäck widerum sollte nicht zu üppig sein, außer man nutzt die Rückbank und legt diese um. Beim Fahren kann man das Rekuperieren sehr gut nutzen, außerdem ist die Rundumsicht extrem gut, auch wegen der herumgezogenen Windschutzscheibe. Tolle Verarbeitung gepaart mit sparsamem E-Antrieb machen einen wirklich tollen und kaufbaren Kleinwagen, der gerade mit der tollen Ausstattung wirklich eine absolute Kaufempfehlung ist, zumindest für Leute, die mit dem Platzangebot auskommen. Alles in Allem ein sehr gutes Fahrzeug, sehr agil und quirlig, bietet aber alles, was ein E-Auto haben sollte. So kann man einen Mini Cooper S bewegen, ohne aber die hohen Spritkosten deines Cooper S zu haben. Tolles Auto !

Hier gehts zu weiteren Testberichten zu Elektro-Autos



Quelle: Dominik König

Bild:Mini/BMW-Presse

Partner Anzeige

Rund ums auto