Strom Dienstag 13. Juli 2021

Testbericht zum Mercedes EQA 250 von Dominik König

Somit geht es zum nächsten Modell, dem Mercedes EQA 250. Samstag morgens beim Händler angekommen, wurde ich zunächst sehr freundlich empfangen und mir das Wichtigste zum Fahrzeug erklärt.

Außen: Typisch Mercedes, war er wirklich sehr gut verarbeitet. Allerdings finde ich die Felgen, trotz AMG Package, nicht sonderlich ansprechend optisch – aber ist ja Geschmackssache. Was mir allerdings sofort aufgefallen ist: Der Wagen ist VIEEEELLL Kleiner, als man es auf Bildern vermuten würde. Es ist wirklich ein kleines, handliches SUV-Look Fahrzeug, ich würde sagen von den Abmessungen etwa Golf-Größe.

Innen: Im Inneren war er mit sehr schönen Alcantara-Sitzen bestückt. Leider mit manuellen Sitzen, dafür mit verstellbarer Oberschenkelauflage. Das Armaturenbrett, mit Naht versehen, sah auch sehr wertig aus. Insgesamt eine extrem gute Haptik.

Fahrleistungen + Rekuperation: Durch die Stadt habe ich dann ein wenig rumgespielt und auch mal die verschiedenen Rekuperations-Stufen probiert. Und was soll ich sagen: Stufe 3 (D - -) bei der Rekuperation fand ich wirklich heftig. Zum Teil sogar so heftig, das ich auf Stufe 2 (D - ) runtergeschaltet habe. Danach ging es für mich auf die Autobahn, um auch mal zu testen, wie er sich dort fuhr. Und ich war angenehm überrascht. Flink war ich auf 160, konnte dort sogar Tempomat setzen. Und wie leise er selbst bei dem Tempo noch war, fantastisch, wirklich.

Fahren: Nun das Fahren: Er fuhr wirklich gut, wenn auch auf den ersten Blick nicht sonderlich zügig. Ich glaube aber, das liegt eher daran, das man sich im EQA noch mehr entkoppelt fühlt von der Außenwelt als in anderen Elektroautos. Daher kommt es einem glaube ich nur nicht schnell vor.

Assistenten: Wirklich enttäuscht war ich vom Vorführwagen, da er weder aktives Bremssystem, also ACC noch vergleichbares zu bieten hatte. Für nen Vorführwagen halte ich sowas durchaus für Obligatorisch. Dann der Spurhalteassistent: In meinen Augen: Ein Witz. Es vibriert so minimal, das man wirklich aufpassen muss, es nicht zu verpassen. Wenn ich jetzt noch bedenke, das ich womöglich eingeschlafen bin und davon geweckt werden würde .... Das reicht keinesfalls, da erschrecke ich noch nicht mal von. Oder wenn ich bedenke, die typische Benz-Klientel (70+) nutzt das – und kommt von der Spur ab. Das wird nicht mal bemerkt. Da muss Mercedes auf jeden Fall nachbessern. Eine sehr positive Überraschung war die Rückfahrkamera. Da man diese Umschalten kann, so daß man einerseits die normale Rückfahrtansicht, aber auch die Seiten nach links und rechts sehen kann, habe ich das benutzt, da bei meiner Einfahrt der Bürgersteig überquert werden mus. Und bisher habe ich kein besseres System gefunden, wo ich Links und Rechts erkennen kann, ob ein Fußgänger oder Radfahrer kommt. Wirklich klasse.

Bedienung: Ich kenne die Bedienung der neueren Mercedes Fahrzeuge – daher hat es mir recht wenig Fragen aufgeworfen. Jedoch muss ich sagen: Das Bedienkonzept ist schlicht zu kompliziert, vor allem, wenn man bedenkt, wer normalerweise Mercedes-Fahrzeuge kauft. Dreh/Wisch/Drück- Schalter doppelt im Lenkrad, eines davon für den großen Monitor, eines für die Anzeige vor einem, früher mal Kombiinstrument genannt – heute ja eher Computer. Für mich zwar durchschaubar, aber sehr ablenkend. Klimaanlage glücklicherweise mit normalen haptischen Knöpfen, was ich sehr gut fand. Man konnte alles nach 1 Minute Eingewöhnung hier blind bedienen. Der merkwürdig aussehende Knubbel vor der Mittelarmlehne sieht komisch aus und erfüllt irgendwie auch keinen Zweck. Das Handschuhfach geht nur bedingt auf, wenn dort jemand sitzt – alles nicht so sehr hilfreich.

Platzangebot: Die hinteren Sitze widerum fand ich eher ungünstig. Ich saß wirklich da, wie ein Affe auf dem Schleifstein. Die Beine wirklich extrem angewinkelt, richtig unbequem. Sitzen hinten war definitiv nicht meins, auch wenn die Materialien auch hier hervorragend waren. Außerdem dauerte es ungewöhnlich lange, bis ich eine adäquate Sitzposition wirklich gefunden hatte. Normal hab ich die innerhalb weniger Sekunden, aber nicht hier. Dazu gestaltete sich die Sitzverstellung, die unverständlicherweise auch Manuell war, als eher kompliziert. Das Platzangebot vorne war allerdings kein Problem, sondern sowohl in der Kopffreiheit als auch in der Innenbreite sehr großzügig.

Infotainment + Navigation: Sehr überschaubar, sehr groß. Dazu plant es die Ladestops mit ein. Außerdem zeigt es im Tacho einen Tempobereich, den man einhalten sollte, um die aktuelle Routenplanung noch einhalten zu können. Fährt man schneller, plant das System die Ladestops um. Die Sprachbedienung hört aufs Wort, sogar sehr gut.

Qualitätsanmutung: Alles ist extrem sauber und akkurat verbaut, dazu haben eigentlich alle Materialien, die man anfasst, eine extrem gute Haptik. Bei keinem Plastik hat man das Gefühl, das es wirklich Plastik ist – sehr toll gemacht. Dann noch die Naht auf dem Armaturenbrett, sieht wie ein Lederbezogenes Armaturenbrett aus, was es aber vermutlich gar nicht ist.

Verbrauch + Laden + Reichweite: Der Verbrauch lag, was ich sehen konnte, bei rund 20-22 kWh, absolut in Ordnung. Bei normaler Fahrt, wie auch bei meinem Durchschnitt, lag ich bei 20,1 kWh. Absolut ok, gerade für Fahrzeuggröße und Gewicht. Zumal, wenn man bedenkt, wo sich andere, deutlich schwächer motorisierte und kleinere Modelle aufgehalten haben teilweise.

Fazit: Alles in allem durchaus ein gelungenes Elektroauto, wenngleich nicht wirklich preiswert und zumindest das meiste bieten andere Modelle auch – zum Teil zu angenehmeren Preisen. Dennoch ansonsten zu Empfehlen, da die typischen Elektro-Attribute gut herauskommen und er sich auch sehr angenehm und extrem leise fahren lässt.

Quelle: Dominik König

 

Bild:Mercedes

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